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Kultur in der Region Hildesheim

Interessant + Wissenswert

Sagen und Geschichten

Der 1940geborene Werner Münstermann verbrachte seine Kindheit in Eddinghausen und hat seine Erinnerungen eines Tages aufgeschrieben. Eine seiner Geschichten führt auch nach Barfelde.

Kaffee-May

Das Schicksal hatte sie nach dem Krieg nach Barfelde verschlagen: das Ehepaar May. Ganz offensichtlich hatten sie bessere Tage erlebt. Bevor er aus dem Osten flüchten musste, war Herr May selbstständiger Kaufmann. Jetzt verdiente er sich als fliegender Händler seinen Lebensunterhalt. Herr May, der nur „Kaffee-May“ genannt wurde, war eine ausgesprochen seriöse Persönlichkeit. Seine Kleidung war immer äußerst korrekt, die Schuhe penibel blank geputzt, ein gepflegter Haarschnitt mit schnurgeradem Scheitel!

Herr May handelte mit Kaffee, Tee, Kakao und Schokolade – absolute Raritäten so kurz nach dem Krieg. Woher er die Waren bezog, war sein Geheimnis. Er konnte sie nur durch gute alte hanseatische Verbindungen erworben haben – alles andere wäre bei ihm undenkbar gewesen. Seine Päckchen und Tüten hatte er in einem Holzkoffer verstaut und den Koffer auf sein Fahrrad montiert. Alle Päckchen waren nochmals einzeln in Papier eingewickelt. Wenn er bei einem Hausbesuch ein Päckchen verkauft hatte, entfernte er umständlich das Papier, glättete es sorgfältig und steckte es in das vorgesehene Fach in seinem Koffer. Natürlich wurde es mehrmals gebraucht. Er überreichte dann das Päckchen Kaffee mit einer Geste, als würde er einen Orden verleihen oder als müsste er sich von dem Wertvollsten trennen, das er besaß. Nach dem Kauf wurde immer noch ein Schwätzchen gehalten, denn wir waren Stammkunden. Herr May war freundlich, interessiert, aber mit natürlicher Distanz. Er redete nie über seine Kunden. Bevor er ging, zog er in der Küche seine Joppe an, knöpfte sie gewissenhaft zu, setzte seine Kappe umständlich auf und befestigte die Hosenklammer am rechten Hosenbein. Mit Handschlag verabschiedete er sich und schritt hinaus zu seinem Fahrrad – ein Herr vom Scheitel bis zur Sohle.

Spuren von historischen Produktionsstätten

Wassermühle

Die Wassermühle befindet sich an der Dorfstraße gegenüber dem Pfarrhof. Die Mühle wurde erstmals 1302 urkundlich erwähnt und war ursprünglich Eigentum des Klosters Marienrode. Ihre zwei ursprünglichen Mühlräder wurden sowohl für den Säge- und Mahlbetrieb eingesetzt. Erst in den 30er Jahren des 20. Jhd. erhielt die Mühle eine Wasserturbine. Der heutige zweistöckige Fachwerkbau aus der Mitte des 19. Jhd. ist  noch fast gänzlich erhalten geblieben.

Backhaus der Bäckerei Karl Sievert

Auf einem ehemaligen Ackerhof in der Straße Im Winkel ist das alte und unter Denkmalschutz stehende Backhaus der Bäckerei Karl Sievers zu bewundern.

Kalipforte (Pförtnerhaus der Schachtanlage Mathildenhall)

Wer von Barfelde aus in den Hildesheimer Wald hinaufspaziert, bewegt sich dort oben auf dem Gelände der Schachtanlage und Bergarbeitersiedlung Mathildenhall. Die Schachtanlage war von 1913 bis1937 in Betrieb. Heute ist das gesamte Gelände im Hildesheimer Wald verschwunden und vollständig überwachsen. Das ehemalige Pförtnerhaus von Marienhall, die sogenannte Kalipforte wurde vor einigen Jahren auf einem freien Grundstück in der Schulstraße neu aufgebaut. Es handelt sich hierbei um ein Gebäude aus dem Jahre 1912, das der Dörener Wache, einem Lavesbau in Hannover nachempfunden wurde.

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Die Pförtnerloge von Mathildenhall an ihrem Ursprungsort im Hildesheimer Wald in der Gemarkung Barfelde. Dort erbaut im Jahr 1912 und umgesetzt im Jahre 2000 in die Ortslage von Barfelde in der Schulstraße.

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