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Kultur in der Region Hildesheim

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Banteln © Verena Bloch
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Banteln1 © Verena Bloch
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Banteln4 © Verena Bloch
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Banteln8 © Verena Bloch
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Banteln9 © Verena Bloch
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Banteln11 © Verena Bloch
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Banteln12 © Verena Bloch
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Cöll_scheVilla1 © Verena Bloch

Die erste Urkunde, in der Banteln namentlich genannt wird, datiert auf das Jahr 997. Kaiser Otto III. verschenkt am 18. April besagten Jahres den Königshof Brüggen an das Kloster Essen im Rheinland und mit dem Königshof auch Banteln, das damals Vorwerk
(= landwirtschaftlicher Zweigbetrieb) von Brüggen ist und so in der Folgezeit der materiellen Versorgung des Klosters dient.

In der Dorfchronik Bantelns zur 1000-Jahrfeier heißt es dazu: Wenn man sich vor Augen hält, dass man nur etwas verschenken kann, was bereits existiert, so ist die eigentliche Geburtsstunde unseres Heimatortes vor diesem historischen Datum anzunehmen. Als Nachwelt feiern wir daher gewissermaßen 1997 „nur“ das tausendjährige Jubiläum der uns bekannten ersten Erwähnung. Tatsächlich weiß man heute, dass das Gebiet an der Leine und um Banteln schon lange vor der Zeitwende von Menschen besiedelt war.

Die nächste urkundliche Datierung Bantelns fällt auf das Jahr 1039, in dem der Ort dem Stift Gandersheim übertragen wird. Etwa ab 1200 verwalten die Herren „von Bantelem“ als Ministeriale des Stiftes Gandersheim den Ort. Im darauffolgenden Jahrhundert sind sie Lehnsmänner der Edelherren von Homburg, die zu den mächtigsten Grafengeschlechtern in diesem Raum zählen.

Ab 1367 sind die Herren von Dötzum Lehnsmänner in Banteln, die ihren Sitz dort bis ins 16 .Jh. behalten. 1579 verschenken Johann und Augusta von Dötzum, die kinderlos geblieben sind, noch zu Lebzeiten sämtliche Pacht- und Erbgüter an die Adelsbrüder von Bennigsen, wobei sie lebenslänglichen Nießbrauch behalten. Mit dem Tod Johanns erlischt das Geschlecht der von Dötzums und so geht im Jahre 1582 der Besitz, zu dem auch das Gut in Banteln gehört, in die Hände von Erich, Johann und Jakob von Bennigsen über. Die Grafen von Bennigsen behalten ihre Besitztümer in Banteln noch bis ins 20. Jh, letzter in Banteln lebender Graf war Alexander Levin, der Banteln bis zu seinem Tod entscheidend prägt. Er verstirbt 1893 in Banteln und wird, ebenso wie seine Schwester, auf dem Friedhof der Feldberger Kapelle beigesetzt.

Im Mittelalter leidet Banteln wie die meisten Orte um Hildesheim unter den Folgen kriegerischer Auseinandersetzungen wie der Hildesheimer Stiftsfehde (1519-1523) und des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648).

Ein Jahrhundert später zieht vor allem der Siebenjährige Krieg (1757-1763) das gesamte Leinetal und damit auch Banteln in Mitleidenschaft. Darüber hinaus zerstört ein Brand im Jahre 1791 große Teile der Gebäude Bantelns.

Zur Zeit der französischen Besetzung Anfang des 19. Jh. steht die Gegend wiederum vor großen Herausforderungen. Mitentscheidenden Anteil an der Befreiung Deutschlands von der Herrschaft Napoleons hat Levin August Gottlieb Graf von Bennigsen, der Gutsherr von Banteln. In seiner Eigenschaft als General der russischen Armee gehört er zu den militärischen Führern im Kampf gegen die Franzosen und erwirbt sich bei der Völkerschlacht von Leipzig und als Befreier des norddeutschen Raumes seine letzten großen Verdienste.

Durch sein Engagement, aber noch mehr durch das seines Sohnes und Erben Alexander Levin, dem Sohn aus Levin August Gottliebs vierter Ehe mit Marie Leonarde von Andrzeykowicz, verändert sich Banteln deutlich positiv.

August Gottlieb beteiligt sich wesentlich am Neubau der Bantelner Kirche, setzt sich für ein Armen- und Siechenhaus, den Unterhalt der Schule und für die Altersversorgung der Pfarr- und Lehrerwitwen ein. Unter seinem Sohn Alexander, der 1848 vom König Ernst August von Hannover mit der Bildung eines Ministeriums beauftragt wird und in diesem das Ministerium des Auswärtigen übernimmt, wird der Wirtschaftsbetrieb des Gutes modernisiert, es entsteht eine Landarbeitersiedlung und es kommt zum Neubau der Bantelner Mühle. Von entscheidender Bedeutung ist der von ihm unterstützte und vorangetriebene Anschluss des Dorfes an die Hannoversche Südbahn. Für deren Trasse stellt von Bennigsen Land zur Verfügung. Der Anschluss an die Bahn ermöglicht einen leichteren Absatz landwirtschaftlicher Produkte, führt zur Ansiedlung eines Kalkwerkes und erweitert außerdem das Ausbildungsangebot für die Bewohner Bantelns, da weiterführende und berufsbildende Schulen besser zu erreichen sind. Zudem eröffnen sich andere Tätigkeitsbereiche und Verdienstmöglichkeiten außerhalb des Heimatortes und es entwickelt sich ein reges Vereinsleben.

Einschnitte für die Entwicklung Bantelns bedeuten die Weltkriege und die sich verschlechternde wirtschaftliche Lage im 20. Jh. Zwar bleibt der Ort von Zerstörungen verschont, hat aber viele Gefallene und Vermisste zu beklagen. Nach 1945 suchen Flüchtlinge und Vertriebene in Banteln eine neue Heimat, so dass neue Straßenzüge und Wohnviertel entstehen.

Trotz Schließung des Kalkwerkes und der Mühle innerhalb von zehn Jahren bleibt Banteln auch in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts und bis heute nicht zuletzt durch die günstige Verkehrslage und die Bildungs-, Sport- und Freizeitangebote ein beliebter Wohnort. Schon 1928 wird ein Natur-Freibad eröffnet, das sich, regelmäßig modernisiert, noch immer größter Beliebtheit erfreut. Nach wie vor engagiert sich die Dorfgemeinschaft für ihren Ort und in zahlreichen Vereinen. Frei nach dem Motto „Ein Dorf hilft sich selbst“ erfolgte im November 2017 die Gründung des „Pro Banteln e.V.“, der sich zum Ziel gesetzt hat die dörfliche Identität und intakte Dorfgemeinschaft zu wahren, und der darauf achtet, dass die örtlichen Strukturen weiterhin erhalten bleiben. Unter dem Dach dieses noch jungen Vereins soll das Engagement aller Bürger*innen und Institutionen gebündelt und durch Mitgliederbeiträge und Spenden viele Bereiche des dörflichen Zusammenlebens in Banteln gefördert und unterstützt werden, sei es durch Bildung oder Erziehung, in den Bereichen Kunst und Kultur, Umwelt oder im Landschafts- und Denkmalschutz, der Jugend- und Altenhilfe oder bei sportbezogenen Belangen.

In ihrem Dorfwappen fügen die Bantelner zwei für die Dorfgeschichte bedeutende Wappenzeichen zusammen: den Adlerkopf der Ludolfinger (Ottonen), zu deren Besitztum Banteln im 10. und 11. Jh. gehörte, sowie einen silbernen Armbrustschaft, der als Zeichen des Adelsgeschlechts der von Bennigsen gilt und noch heute im Wappen an der Mühle zu erkennen ist.

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Banteln-col-1

Der heute 1500 Einwohner zählende Ort schloss sich 1969 der Samtgemeinde Gronau an und wurde 1974 Mitglied der Samtgemeinde Gronau (Leine). Zum 1. November 2016 wurde Banteln mit vier anderen Gemeinden nach Gronau (Leine) eingemeindet und gehört seitdem mit der Samtgemeinde Duingen zur Samtgemeinde Leinebergland.

Wer Banteln einen Besuch abstatten möchte, erreicht den Ort per Bahn, per Linienbus oder mit dem PKW von Elze bzw. Alfeld über die B3. Die Bundesstraße 1 verläuft ca. vier Kilometer nördlich in Ost-West-Richtung.

Historische Baulichkeiten

Feldberger Kapelle

Zu finden: von Banteln aus dem Gronauer Weg Ri. Norden (Gronau) folgen und in die erste Straße nach dem Ortsausgang rechts abbiegen

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FeldbergerKapelle1 © Verena Bloch
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FeldbergerKapelle2 © Verena Bloch
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FeldbergerKapelle3 © Verena Bloch
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FeldbergerKapelle4 © Verena Bloch
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FeldbergerKapelle5 © Verena Bloch

Die Feldberger Kapelle ist die einzig erhaltene Zeugin des Dorfes Feldberge, das nördlich und unweit von Banteln lag und mit dem Ort immer eng verbunden war. Denn obwohl Banteln im Mittelalter ein nicht unbedeutender Gutsbezirk war, der sich aus einem Wirtschaftshof der Königspfalz in Brüggen entwickelte, hatte er bis zur Zeit der Reformation keine eigene Kirche. Die Dorfbevölkerung Bantelns besuchte daher die Kirche von Feldberge. Eigentümer und Lehnsherr der Ländereien und Höfe war das Kloster Gandersheim. Dieses übte auch das Patronatsrecht über die Kirche aus. Mitte des 13. Jh. verlieh das Kloster diese Rechte an die Herren von Dötzum. Nach dem Tod des kinderlos gebliebenen Johann von Dötzum ging es auf seine Erben, die Herren von Bennigsen über.

Die Feldberger Kirche muss schon im 12. Jh. entstanden sein, denn die heute noch erhaltenen Gebäudeteile entstammen zum Teil eindeutig der romanischen Bauzeit.

Das schon 946 urkundlich erwähnte Dorf Feldberge wurde ab dem 14. Jh. nach und nach aufgegeben und fiel im 17 Jh. endgültig wüst. Von der den Heiligen Georg, Sergius und Bacchus geweihten Kirche blieben nur Chor und Apsis aus der zweiten Hälfte des 12. Jh. und ein barocker Anbau auf der Südseite des Chores aus dem Jahr 1674 erhalten. Das abgebrochene romanische Kirchenschiff umfasste vermutlich zwei Joche und war etwas breiter als der Chor. Ob die Kirche einen Turm hatte, ist nicht bekannt.

Zum Inventar der Feldberger Kirche gehörte ein großes Triumphkreuz aus Holz, das zu den ersten erhaltenen Stücken einer mittelalterlichen Kirchenausstattung überhaupt zählt. Es ist 1,90 m hoch und 1,50 m breit, seine Rückseite abgeflacht und ausgehöhlt. Der Ausdruck des Kreuzes entspricht den Vorstellungen der romanischen Zeit, Christus ist als der über Leid und Schmerz erhabene Siegergott dargestellt. Die Entstehung des Kreuzes wird von Kunsthistorikern auf die erste Hälfte des 12. Jh. datiert.

Bis 1918 lag das Kreuz unbeachtet auf dem Boden der Kirche und hatte bis dahin einigen Schaden durch Wurmfraß genommen. So fehlen die rechte Hand und die Fingerspitzen der linken, die Nase sowie die Haarsträhne über der linken Schulter der Christusfigur. Einige Längsrisse ziehen sich vom Hals über die Brust bis zum Lendentuch.

Das Kreuz ist der älteste und wertvollste Kunstschatz der Kirchengemeinde Banteln und wird heute als Dauerleihgabe im Landesmuseum Hannover aufbewahrt.

Die kriegszerstörte Kirche Feldberges wurde in verkleinerter Form wieder aufgebaut und dient seitdem als Friedhofskapelle für den weiterhin an alter Stelle gelegenen Begräbnisplatz des Dorfs Banteln. Auf diesem befinden sich auf der Westseite der kleinen Kapelle auch die Grabstätten des letzten Grafen von Bennigsen, Alexander Levin und seiner Schwester Alexandrine Berta. Nördlich und etwas unterhalb der Kapelle liegt der private Friedhof der jüdischen Familie Meyerstein. Die Verstorbenen anderer jüdischer Familien aus Banteln sind auf Friedhöfen in Gronau und Hildesheim bestattet worden.

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JüdischerFRiedhof © Verena Bloch
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JüdischerFriedhof2 © Verena Bloch

St. Georg-Kirche

Zu finden: Kirchstraße

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St.Georg2 © Verena Bloch
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St.Georg3 © Verena Bloch
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St.Georg © Verena Bloch
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St.Georg1 © Verena Bloch

Einem Urkundenbuch des Hochstifts Hildesheim ist zu entnehmen, dass die Patronin der Kirche von Feldberge dem dortigen Pfarrer im Jahre 1386 die Erlaubnis erteilt, in Banteln einen Hof zu kaufen, der ewiglich bei der Kirche zu Feldberge als „Wedemehof“‘, d.h. Pfarrhof bleiben soll. Es handelt sich dabei um das Grundstück, auf dem auch heute noch das Pfarrhaus steht. Von diesem Zeitpunkt an wird der Pfarrer vermutlich in Banteln gewohnt haben, versah aber weiterhin seinen Dienst in der Kirche zu Feldberge.

Bantelns erste Kirche ist vermutlich erst kurz vor der Reformation entstanden, denn ein für Banteln zuständiger Pfarrer wird in Banteln schließlich 1543 erwähnt. Diese Kirche war ein Bau mit einem nach Westen ausgerichteten Kirchenschiff und einem Turm im Osten. Einer Inschrift über dem Portal war zu entnehmen, dass die Kirche im Auftrag des Grafen Johann von Bennigsen gebaut worden war und als Grabstätte für die Verstorbenen seiner Familie dienen sollte. Diese Kirche wurde im Jahre 1618 auf sein Anraten um ein weiteres Kirchenschiff auf der anderen Seite vergrößert, so dass sich der Turm nun in der Mitte der Kirche befand. Schon einhundert Jahre später muss diese Kirche in einem schlechten baulichen Zustand gewesen sein, denn 1713/14 entstanden Pläne für den Neubau einer Kirche, für die Baumaterialien beschafft wurde. Der Baubeginn verzögerte sich aber aus unterschiedlichen Gründen immer wieder und wurde erst siebzig Jahre später in Angriff genommen.

Die noch heute bestehende Bantelner St. Georg-Kirche entstand in den Jahren 1785-88 unter dem Kirchenpatron Oberst Levin Friedrich von Bennigsen.

Die einschiffige barocke Bruchsteinkirche hat einen Westturm mit achtseitigem Helm. Außen ist die Kirche verputzt und trägt vortretende Eckquader am Turm, dem Kirchenschiff und der Sakristei. Das Schiff hat einen rechteckigen Chorschluss, an den die Sakristei achsengerecht anschließt. Über dem Portal auf der Nordseite der Kirche sind die Wappen des Grafen zu Bennigsen und die seiner Ehefrauen Friederike von Steinberg in erster und Amalie von Schwicheldt in dritter Ehe zu erkennen.

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St.Georg_Portal © Verena Bloch
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St.Georg_PortalWappen © Verena Bloch

Der Innenraum wurde in den Jahre 1910/11 durch den Architekten E. Wendebourg aus Hannover restauriert. Zur barocken Innenausstattung der Kirche gehören eine architektonisch gegliederte Altar-Kanzel-Wand, über deren Herkunft nichts bekannt ist, ferner Emporen, das Gestühl und ein Kronleuchter im vorderen Teil der Kirche, der zu Festgottesdiensten mit Kerzen bestückt und entzündet wird.

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St.Georg4 © Verena Bloch
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St.Georg5 © Verena Bloch
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St.Georg7 © Verena Bloch
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St.GeorgEmpore1 © Verena Bloch
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St.GeorgEmpore2 © Verena Bloch

Das Gemälde auf der linken Seite des Altarraumes zeigt den kaiserlich russischen General Levin August Gottlieb Graf von Bennigsen (1745-1826), der Erbe und Gutsherr des Ritterguts von Banteln und damit Patron der St. Georg-Kirche war. In seiner rechten Hand hält er eine als „plan de la bataille de Preusch Eylau donnee le 26 & 27 Janvier 1807“ bezeichnete Geländekarte, die auf die erste von General von Bennigsen erfolgreich befehligte Schlacht gegen Kaiser Napoleon hinweist. Das Bild entstand im Jahre 1815 in Hamburg und wurde vom Hamburger Senat als Dank für seine Verdienste um die Befreiung der Stadt von den Franzosen in Auftrag gegeben.

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St.GeorgBennigsen © Verena Bloch

Auf der rechten Seite des Altarraumes hängt ein weiteres Ölbild, das erst 1870 in die Kirche kam. Es zeigt Jesus und Nikodemus. Maler und Stifter dieses Bildes sind nicht bekannt.

Die vier farblich gestalteten Fenster sind auf Initiative des von 1935 bis 1948 in Banteln tätigen Pastors Hans Rüppel im Jahr 1936 eingebaut worden. Sie zeigen das Weihnachtsmotiv mit Krippe (Ehre sei Gott in der Höhe), den segnenden Christus im Ährenfeld (Unser täglich Brot gib uns heute), den beschützenden Christus (Siehe, ich bin bei euch alle Tage) und ein Kreuzwegmotiv (Und vergib uns unsere Schuld).

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St.Georg_Fenster1 © Verena Bloch
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St.Georg_Fenster2 © Verena Bloch
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St.GeorgFenster3 © Verena Bloch
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St.GeorgFenster4 © Verena Bloch

Leider völlig unscheinbar und zum Teil von den Handläufen und Geländern rechts und links des Treppenaufganges zur Orgel verdeckt befinden sich zwei Epitaphe in der rückwärtigen Kirchenwand.

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St.GeorgHistor.Grabstein2 © Verena Bloch
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St.Georg_HistorGrabstein1 © Verena Bloch

Es handelt sich auf der rechten Seite zum einen um den Gedenkstein der unverheiratet gebliebenen Barbara von Boventen, die am 14. November 1572 verstarb und Klosterjungfrau im Kloster Lamspringe war. Die Verstorbene ist als vor dem Kreuz Christi kniende Figur dargestellt, bekrönt mit einem Jungfernkranz. Links und rechts von diesem Mittelfeld sind die Wappen ihrer Vorfahren wie z.B. der von Boventen und von Steinberg zu erkennen. Barbara von Boventen war die Tochter von Ludwig von Boventen und Barbara von Steinberg und Schwester von Augusta von Boventen, die mit Johann von Dötzum verheiratet war. Durch den unsachgemäßen Einbau der Platte an dieser Stelle nahm die Inschrift Schaden und ist nur noch teilweise zu entziffern.

Die zweite Grabplatte auf der linken Seite ist zwar komplett erhalten geblieben, der umfangreiche Text aufgrund seiner Position hinter dem Treppenaufgang jedoch ebenfalls kaum mehr zu lesen. Sie erinnert an den Halberstädter Domherrn Hieronymus Brant von Arnstedt. Er wurde 1595 als Sohn der Eheleute Friedrich von Arnstedt und Magdalena von Hake geboren, heiratete im Oktober 1620 in Banteln Sidonie von Bennigsen und verstarb 1636 in Braunschweig. Die Wappen der elterlichen Familien sind im Dreiecksgiebel oben zu erkennen.

Beide Steine hatten vermutlich schon in der alten Bantelner Kirche ihren Platz und wurden nach dem Bau der heutigen Kirche hierhin verlegt.

Pfarrhaus

Zu finden: Kirchstraße

Einen Pfarrhof gab es in Banteln bereits, bevor der Ort eine Kirche erhielt. Auf dem Grundstück in der Kirchstraße stand schon seit 1386 ein Pfarrhof, dessen Kauf die damalige Patronin der Feldberger Kirche, die Äbtissin von Gandersheim, genehmigt hatte. Das heutige Pfarrhaus, ein Fachwerkgebäude aus dem Jahre 1722, wurde bei dem großen Brand 1791 zwar beschädigt, brannte aber nicht mit ab. Es dient noch heute als Wohnhaus für die Pfarrersfamilie.

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St.Georg&Pfarrhaus © Verena Bloch
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Pfarrhaus © Verena Bloch
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Pfarrhaus3 © Verena Bloch
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PfarrhausEingang © Verena Bloch

Küsterhaus

Zu finden: Kirchstraße

Direkter Nachbar des Pfarrhauses ist das alte Küster- oder Kantorenhaus Bantelns. Bereits 1601 wird ein Küsterhaus in Banteln erwähnt. Ob es sich dabei auch um das Schulhaus handelte, ist wahrscheinlich, aber nicht belegt.

Heute befindet sich im Küsterhaus der Gemeindesaal der Kirchengemeinde, darüber hinaus wird es noch immer von einer Küsterin als Wohnhaus genutzt.

Schloss

Zu finden: Im Park 3

Das Herrenhaus von Banteln, das sog. „Schloss“, steht inmitten eines Parks mit großen alten Bäumen und liegt nahe der Leine. Der Vorgängerbau des heutigen Herrenhauses stand an genau dieser Stelle und bestand aus zwei aneinandergebauten Teilen, einem Haupthaus aus dem Jahre 1840 und einem 1869/70 entstandenen Erweiterungsbau. Das heutige Gebäude, in dem sich nun ein Altenheim befindet, wurde erst 1902/03 nach den Plänen des Architekten Schädler aus Hannover gebaut.

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Schloss1 © Verena Bloch
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Schloss2 © Verena Bloch
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Schloss3 © Verena Bloch
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Schloss4 © Verena Bloch
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Schloss5 © Verena Bloch

Mehr Informationen zum Altenheim sind zu finden unter www.kv-alfeld.drk.de/angebote/stationaere-pflege/pflegeheim-banteln.html 

Südlich des Herrenhauses liegt das ältere und in Banteln auch unter dem Namen „Kavaliershaus“ bekannte und in der Fachliteratur auch als „Kutscherhaus“ bezeichnete Fachwerkgebäude („Kunstdenkmale der Provinz Hannover“, Bd. 26). Das Untergeschoss und der nach Süden hin fast ebenerdige Keller des zweistöckigen Gebäudes sind aus massivem Bruchstein gemauert und stammen vermutlich aus dem 17. Jh. Sie sind weiß verputzt, ebenso die Gefache im Obergeschoß, das auf das 18. Jh. datiert wird. Die Jahreszahlen 1817 und 1818 an Nord– und Südtür können sich nach Meinung von Fachleuten nur auf einen Umbau beziehen.

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Kavaliershaus1 © Verena Bloch
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Kavaliershaus2 © Verena Bloch
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Kavaliershaus3 © Verena Bloch

Rittergut

Zu finden: Gronauer Weg 20

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BlickAufGutshof © Verena Bloch
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Gutshof1 © Verena Bloch
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Gutshof2 © Verena Bloch
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Gutshof3 © Verena Bloch
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Gutshof4 © Verena Bloch
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Gutshof5 © Verena Bloch
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Gutshof6 © Verena Bloch
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Gutshof7 © Verena Bloch

Bis zur Mitte des 19. Jh. lag der Guts- bzw. Edelhof von Banteln zwischen der heutigen Zufahrt zum Herrenhaus und heutigen Altenheim und der Mühlenstraße, etwa dort, wo sich das Tor zum Park befindet. Zwischen 1838 und 1848 wurde es unter Alexander Levin von Bennigsen an den Nordrand Bantelns verlegt und am Gronauer Weg neu aufgebaut. Eine alte Fachwerkscheune wurde ebenfalls abgetragen und am Neuen Weg gegenüber dem Eingang zum Gutshof wieder aufgebaut. Ihre Tage sind jedoch gezählt, denn sie wird wegen Baufälligkeit aus Sicherheitsgründen abgerissen.

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GutshofAlteScheune © Verena Bloch
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GutshofAlteScheune1 © Verena Bloch

Das Wohnhaus, Scheunen und Stallungen ließ der Graf aus Bruchsteinen vom nahe gelegenen Oberg errichten. Das links vom Wohnhaus liegende Gebäude war ursprünglich Altenteil-Haus, wurde aber auch für die Stellmacherei und die Kellerräume zeitweise für einen betriebseigenen Kindergarten genutzt. Heute ist es privates Wohnhaus und Büro- bzw. Verwaltungsgebäude.

Drei von ehemals vier Tafeln mit den Wappen der Familien von Gittelde (der Familie von Johanns Ehefrau Marie), von Weltze (der Familie seiner Mutter Margarete) sowie der von Boventen (der Familie seiner Schwiegermutter) sind in eine Mauer des Wohnhauses eingefügt, die Wappentafel der von Bennigsen ging verloren. Nach dem Tode Alexander Levins im Jahre 1893, der unverheiratet und kinderlos blieb, fiel das Rittergut an die russischen Nachkommen der Söhne des Generals Levin August Gottlieb von Bennigsen aus zweiter Ehe. Diese verkauften das Gut bald und es fand in der Folgezeit mehrfach ein Besitzerwechsel statt. 1930 kaufte es der Landwirt August Block, der zwischen 1946 und 1948 auch Minister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten des neu gegründeten Landes Niedersachsen war. Nach seinem Tod erbte sein Enkel Fritz-Herbert Block-Grupe das Gut, in dessen Familienbesitz es sich noch immer befindet.

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Gut_Banteln_Wappentafel1 © Block-Grupe
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Gut_Banteln_Wappentafel2 © Block-Grupe
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Gut_Banteln_Wappentafel3 © Block-Grupe

Der Gutshof ist bis heute der größte landwirtschaftliche Betrieb Bantelns.

Landarbeitersiedlung

Zu finden: Neuer Weg

Zum Gut gehört eine Landarbeitersiedlung mit vier Gebäuden in der Neuen Straße. Sie entstanden zwischen Jahrhundertwende und 1. Weltkrieg und wurden aus den Mitteln der Ablösegelder für die Beendigung von Hand- und Spanndiensten der Bauern finanziert. Jedes dieser vier Häuser wurde damals von acht Landarbeiter-Familien bewohnt. Zu dieser Zeit waren bis zu 350 Arbeitskräfte für das Gut tätig und deren Kinder wurden zeitweise in einem eigenen Betriebskindergarten auf dem Gelände des Gutshofes betreut.

Bis heute sind die Häuser der kleinen Siedlung bewohnt, nach Umbaumaßnahmen teilen sich jedoch nur noch vier Mietparteien ein Gebäude.

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Landarbeitersiedlung © Verena Bloch
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Landarbeiterhäuser1 © Verena Bloch
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Landarbeiterhäuser2 © Verena Bloch
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Landarbeiterhäuser3 © Verena Bloch
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Landarbeiterhäuser4 © Verena Bloch

Alte Hofstellen

1.) Zu finden: Lichtenhagen 21, am Eingang zum Schlosspark

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Banteln4 © Verena Bloch
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Banteln5 © Verena Bloch

Bevor im 19. Jh. die Nummerierung der Häuser eines Ortes nach Straßen eingeführt wurde, erhielten die Häuser Nummern in der Rangfolge ihrer Fertigstellung – das war auch in Banteln nicht anders.

Das schöne Fachwerk-Ziegelhaus am Lichtenhagen 21 trug ursprünglich die Hausnummer 1, daher kann man wohl davon ausgehen, dass es das erste und damit älteste Haus Bantelns ist.

2.) Zu finden: Kirchstr. 7

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Hof_Kirchstr.7 © Verena Bloch
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HofKirchstr.7 © Verena Bloch
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HofKirchstr.7-1 © Verena Bloch
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HofKirchstr.7-2 © Verena Bloch

Nach Einschätzung von Hermann Engfer (1907-1975, in Banteln geboren, Priester und Leiter der Dombibliothek und des Bistumsarchivs in Hildesheim, auch zuständig für kirchliche Denkmalpflege) entstand dieses Haus im frühen 17. Jahrhundert. Es wurde im Laufe der Zeit verändert, über der Haustür ist aber noch heute der Spruch „WER GOTT VERTRAUT HAT WOL GEBAUT IM HIMMEL UND AUF ERDEN ANN 1737“ zu lesen. Die Torpfosten zum Hof tragen die Jahreszahl 1742.

Alte Schule

Zu finden: Hauptstr. 12

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alte_Schule_1874_75 © Verena Bloch

Alten Kirchenrechnungen ist zu entnehmen, dass in Banteln um 1642 bzw. 1644 ein Schulmeister tätig war und auch ein Magisterhaus (Schulmeisterhaus) lässt sich um diese Zeit nachweisen. Der Schulmeister muss mit seiner Familie in sehr beengten Verhältnissen gelebt haben und erst nach längeren Bemühungen scheint es ihm gelungen zu sein, eine Schulstube für 50 bis 60 Knaben einzurichten. In dieser ist allerdings kein Platz für einen Tisch mit Stuhl, den er für die Vorbereitung des Unterrichts benötigen würde. Aus der Bemerkung Schule hat noch eine kleine Scheune hinter der Kirche, auch einen Schulgarten gleich hinter der Schule ist wohl zu schließen, dass Schul- und Küsterhaus ein Gebäude und Schulmeister und Küster – wie sonst überall zu dieser Zeit – wahrscheinlich ein und dieselbe Person waren.

War Bantelns Schule zunächst eine Knabenschule, so wurden im letzten Viertel des 17. Jh. auch Mädchen unterrichtet. Als im April 1791 in dem Kuhstall der Knabenschule ein Feuer ausbrach, brannten Pfarrhaus, Schule und 22 weitere Häuser nieder. Schon ein Jahr später wurde das Küster-/Schulhaus wieder aufgebaut und ist bis heute so erhalten geblieben. In der Chronik aus dem Jahre 1997 zur
1000-Jahrfeier des Ortes ist zu lesen: Es heißt bei den älteren Bantelnern noch immer „Alte Schule“, obwohl es diese Funktion ... nicht mehr hat.

Durch die von Herzog Georg Wilhelm von Calenberg 1650 erlassene Schulordnung, die in der Folgezeit erneuert und verändert wurde, wird aus der freiwilligen Teilnahme der Kinder am Unterricht eine Schulpflicht. Sie galt für alle Kinder bis zum 14. Lebensjahr, wobei eine Sommerschule mit eingeschränkter Stundenzahl von einer Winterschule unterschieden wurde, um sicherzugehen, dass die Kinder in den Sommermonaten weiterhin für Arbeiten in der Landwirtschaft einsetzbar waren.

Mit der Schwerpunktverlagerung von Landwirtschaft auf Industrie und Handel und dem Anwachsen der Einwohnerzahlen in Banteln wuchs die Zahl der Schüler deutlich an und die Anforderungen an Schule und Lehrer änderten sich. Die alte Schule musste vergrößert werden, was durch einen Anbau in den Jahren 1876 bis 1878 erreicht wurde.

Im selben Jahr gründete man außerdem eine Fortbildungsklasse für schulentlassene Schüler, die einen Vorläufer der heutigen Berufsschule darstellte. Sie wurde ausschließlich von Lehrlingen in handwerklichen Berufen besucht. Gleichzeitig zeigt sich, dass das Raumangebot der Schule für die wachsenden Schülerzahlen nicht mehr ausreichte. Nach Zukauf von Nachbargrundstücken in Jahre 1908/09 entstand ein weiteres Schulgebäude, außerdem eine Turnhalle und ein Anbau mit Sanitäranlagen und in einem mitgekauften geräumigen Wohnhaus an der Hauptstraße richtete man Lehrerwohnungen ein.

Im Jahr 1965 begann man mit dem Bau einer neuen Grundschule im Süden des Dorfes, die 1967 bezogen und nach dem langjährig in Banteln verantwortlichen Schulleiter Heimbruch benannt wurde. In dieser Schule an der Berliner Str. werden noch heute die Grundschulkinder aus Banteln und vielen umliegenden Orten unterrichtet.

Villa Wanda

Zu finden: Eimer Str. 6

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VillaWanda © Verena Bloch
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VillaWanda1 © Verena Bloch
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VillaWanda2 © Verena Bloch
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VillaWanda4 © Verena Bloch
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VillaWanda3 © Verena Bloch

Ein Schmuckstück in Banteln ist die rote Backstein-Villa in der Eimer Straße No. 6.

Dieses Haus wurde vom jüdischen Konservenfabrikanten Katzmann im Jahre 1889 gebaut, wie auch die Wetterfahne auf dem Dach anzeigt. Bereits acht Jahre später verließ er mit seiner Familie den Ort und verkaufte seine Villa an Baron Andrzeykowicz, einen Verwandten der Marie Leonarde von Andrzeykowicz und dessen Frau Wanda. Seitdem ist das Gebäude in Banteln auch als „Villa Wanda“ bekannt.

1935 wurde der Mühlendirektor Saucke neuer Besitzer. Er nahm Veränderungen am Haus vor, ließ Zaun und Zaunpfosten zur Straße errichten, bewohnte die Villa jedoch nicht selbst, sondern vermietete sie an die Erben von Mühle Schloß und Gut, die Bennigsen-Machiewicz aus der Familie von Marie Leonarde.

Erst etwa zehn Jahre später bezog Saucke sein Haus selbst und teilte es über mehrere Jahre mit Kriegsflüchtlingen, zu denen auch Dieter Oesterlen, einer der einflussreichsten und meist beschäftigten Architekten nach 1945 in Hannover (u.a. Wiederaufbau der Marktkirche, Neubau des Café Kröpke), gehörte.

1993 verkauften die Erben Sauckes die Villa, die in den nachfolgenden Jahren vom neuen Besitzer von Grund auf restauriert wurde und heute zu den schönsten Wohnhäusern Bantelns zählt.

Alter Gasthof „Lindenhof“, heute DGH

Zu finden: Göttinger Str. 31

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DGHLindenhof © Verena Bloch
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DGH_alte_Kneipe2 © Verena Bloch
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DGH_alte_Kneipe3 © Verena Bloch
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DGH_alte_Kneipe4 © Verena Bloch

Aus dem ehemaligen Lindenhof, einem Gasthof in Bantelns Ortsmitte, ist 2018 ein modernes Dorfgemeinschaftshaus geworden. Nachdem der Gasthof vor Jahren seine Türen endgültig geschlossen hatte, stand das Gebäude leer. Schließlich entschied sich die Samtgemeinde Leinebergland dafür, das leerstehende Gebäude zu sanieren und umzunutzen. Es steht nun mit seinen Einrichtungen Privatpersonen ab dem 25. Lebensjahr und Gruppen der Samtgemeinde für gemeinnützige, sportliche, politische, kulturelle und jugendfördernde Zwecke zur Verfügung. Die Vereine Bantelns können seitdem Räume in der ersten Etage nutzen, ein großer und neu eingerichteter Saal macht größere Feiern und Veranstaltungen möglich. Besonders charmant ist die kleine Gaststube im Erdgeschoss des Gebäudes, für die man die alte Einrichtung der ehemaligen Gaststätte komplett mit Theke, Mobiliar und sonstiger Ausstattung nutzte. Mit dieser bleibt die Geschichte des Lindenhofs in Bantelns Zentrum auch weiterhin in guter Erinnerung.

Terminanfragen bitte richten an Franziska Lange, Tel. 01577 89 69 269

Spuren von historischen Produktionsstätten

Rittergut

Zu finden: Gronauer Weg 20

Das Rittergut ist hier detailliert beschrieben.

Mühle und Wohnhäuser

Zu finden: Mühlenstraße (Friedrich-Georg Block-Grupe Wasserkraftanlagen Aqua Leyna,
Gronauer Weg 20)

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Mühle1 © Verena Bloch
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Mühle2 © Verena Bloch
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Mühle3 © Verena Bloch
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Mühle4 © Verena Bloch
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Mühle7 © Verena Bloch
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MühleUmgebung1JPG © Verena Bloch
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MühleUmgebung2 © Verena Bloch

Eine erste Erwähnung einer Bantelner Leine-Mühle findet sich im Jahre 1399. Bereits vor 1806 berichten örtliche Chroniken von einem bruchsteinernen Bau mit Fachwerkgiebel. Der heutige massive Backsteinbau der ehem. Gräfl. von Bennigsen'schen Kornmühle stammt aus dem Jahr 1873, wobei aufgrund der benötigten enormen Wassermenge der Kanal und das Leinestauwehr angelegt wurden. Seit geraumer Zeit wird hier kein Korn mehr gemahlen, sondern durch Wasserkraft Strom erzeugt.

Gesicherte Nachrichten von einer Mühle in Banteln sind erst seit dem Jahr 1359 überliefert. In diesem Jahr gaben die Herren von Banteln ihre Lehnsrechte an den Lehnsherren Siegfried von Homburg zurück. In den folgenden 200 Jahren wechselte die Mühle mehrfach den Lehnsträger. Als Erben der Herren von Banteln stand den Herren zu Dötzum nun zwar das Recht auf deren Grundbesitz und Gerichtsbarkeit zu, nicht jedoch die Lehnsrechte über die Mühle. Diese erhielten sie erst nach dem 14. Jh.

Oberster Lehnsherr war im 16. Jh. zunächst der Fürstbischof von Hildesheim Johann IV., der infolge der Hildesheimer Stiftsfehde große Teile seiner Ländereien und Rechte und damit auch die Mühle von Banteln an die Herzöge von Braunschweig und Lüneburg verlor. Nach dem Tode des letzten Herren von Dötzum ging der größte Teil seiner Güter, zu denen Gut und Mühle in Banteln gehörten, durch einen Erbvertrag an die Familie von Bennigsen. Die Mühle blieb weiter unter der Lehnsherrschaft der Herzöge, die den Lehnsvertrag mit den von Bennigsen im Jahre 1628 aber ausdrücklich bestätigten. Alle seit 1645 bekannten Müller waren Pächter der von Bennigsen’schen Mühle.

Im 17.  Jh. bestand die Mühlenanlage aus einer Öl-, Bock- und Schleifmühle. Da die Mühle auch Kunden aus den Dörfern auf der anderen Seite der Leine bediente, wurde sie zum Teil über Flöße beliefert.

1798 kam es zu einem Neubau der Mühle, zu einem weiteren im Jahre 1874, in dem außerdem eine Brücke über die Leine gebaut und die Flößerei eingestellt wurde.

Nach dem Tod des kinderlos gebliebenen Grafen Alexander Levin von Bennigsen ging die Mühle in den Besitz der Nachkommen der Linie von Bennigsen-Andrzeykowicz, die Grafen Paul und Josef von Bennigsen in Russland über.

Unter dem Müllermeister Carl Heinrich Block wurden erhebliche Verbesserungen an Mühle und Mühlenbetrieb vorgenommen, so dass sie wenige Jahre später unter seinem Nachfolger und Mühlendirektor Saucke von einer kleinen Lohn- und Kundenmühle zu einer Handelsmühle weiterentwickelt werden konnte und großen wirtschaftlichen Aufschwung nahm. Durch die nun vom Leinewasser angetriebenen Turbinen verarbeitete eine 40 - köpfige Belegschaft zuletzt bis zu 120 Tonnen Getreide täglich, in mehreren Silos konnte außerdem Getreide gelagert werden. Zu der Kunden der Mühle gehörten nun auch die Bahlsen-Werke in Hannover.

Im Jahre 1972 ging das große „Mühlensterben“ infolge von Umstrukturierungen und Rationalisierungen in der Landwirtschaft auch an der Bantelner Mühle nicht vorüber. Nach ihrer Schließung gründeten die Gebr. von Bennigsen einen Mehltankbetrieb mit Tank- und Siloanlagen für Mehl, Zucker und andere Granulate und belieferte große Fabriken – wie die der Firma Dr. Oetker – in Deutschland, Europa und nach Übersee.  Dennoch war der Betrieb auf Dauer nicht rentabel und konkurrenzfähig und musste geschlossen werden.

Seit Jahren betreibt der Mühlenbesitzer hier nun ein modernes Wasserkraftwerk zur Stromgewinnung. Darüber hinaus wurde zum Schutz der seit 2001 wieder in der Leine angesiedelten Lachse und Meerforellen ein ökologischer Fischpass eingerichtet.

Heute steht das große Mühlengebäude mit dem Wappen derer von Bennigsen über der Eingangstür unter Denkmalschutz und zwei mächtige Mühlsteine erinnern noch an die wechselvolle Geschichte und die Blütezeiten dieses Bantelner Wirtschaftsbetriebes.

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Mühle5 © Verena Bloch
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Mühle6 © Verena Bloch
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MühleWappen © Verena Bloch

Mehr Informationen zum Wasserkraftwerk sind zu finden unter www.arge-wasserkraft.de.

Mehr über Lachse und Forellen in der Leine kann man unter www.leine-lachs.de erfahren.

Wenn man sich auf den Weg zur Mühle macht, kommt man außerdem an einigen Wohngebäuden vorbei, die im Laufe des vergangenen Jahrhunderts im Zusammenhang mit dem Mühlenbetrieb entstanden.

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Mühlenpächterhaus © Verena Bloch
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MühleArbeiterhäuser © Verena Bloch
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MühleArbeiterhäuser1 © Verena Bloch
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MühleArbeiterhäuser2 © Verena Bloch

Das etwas oberhalb der Mühlenstraße gelegene Backsteinhaus mit der Hausnummer 2 bewohnte einst der Mühlenpächter/Mühlendirektor. Etwas weiter bergab liegt der zusammenhängende Gebäudekomplex der ehemaligen Mühlenarbeiter-Wohnhäuser 5-13, die um 1880 entstanden. Auf diese folgt mit der Hausnummer 15 ein Müllershaus.

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Müllershaus1 © Verena Bloch
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Müllershaus2 © Verena Bloch

Über das ehemalige Wohnhaus des Mühlendirektors Saucke, das heute zu den schönsten in Banteln zählt, kann man hier mehr erfahren.

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