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Mitra / Peter Schmitz / 2000
Mitra Skulptur
Mitra Skulptur
Unweit der Ortschaft Gehrenrode wird der Skulpturenweg für einige hundert Meter von begrünten Böschungen gesäumt. Inmitten der im Frühjahr und Sommer blühenden und bis weit in den Spätherbst grünenden Büsche können die Radfahrerinnen und Radfahrer schon von weitem eine kugelartige Skulptur mit einer pyramidenstumpfförmigen Spitze sehen. Die matte bronze- bis silberfarbene Oberflächenfarbe integriert sich in die Natur, die Formen der Skulptur sind ihr jedoch widerläufig. In unmittelbarer Nähe werden Details erkennbar wie geschweißte Nähte an den Kanten oder Kreuze, die sich bandförmig um den Skulpturenkorpus fädeln. Gerade diese Kreuze lassen auf eine religiöse Symbolik schließen, welche der Titel der Skulptur bestätigt: als Mitra bezeichnet der Diplom-Designer Peter Schmitz seine Stahlblechskulptur.

1959 in Duisburg geboren, hat Schmitz nach einer Ausbildung zum Schaufenstergestalter die Studiengänge Produktdesign/ Metallgestaltung und Historisches Kulturgut in Hildesheim absolviert. In seinem Text Aus Erde wird durch Feuer Musik... führt er seine Studieninhalte punktuell zusammen und gibt Hinweis, warum ihn das Material Eisen fasziniert: "Ausgangspunkt für die Beschäftigung mit […... ] der Materie [des Metallbildners oder Metallarbeiters] ist meine Begeisterung für den Werkstoff Eisen. Für mich ist diese Auseinandersetzung eine geistige Forschungsreise zu den Urkräften der Natur und zu den Menschen, die den Werkstoff Eisen bezwangen und das Element Feuer bannten." Schmitz selbst fertigt für eine Vielzahl von Kunden allerlei Gebrauchsgegenstände aus Stahl wie Tische, Briefkästen, Balkone usw. an. Religiöse Bezüge zeichnen seine Arbeiten nicht aus, sind jedoch vereinzelt erkennbar.

Die Skulptur Mitra (2000) stellt eine abstrahierte Form der liturgischen Kopfbedeckung von Bischöfen und Äbten dar; oftmals wird sie auch "Bischofsmütze" genannt. Im Gegensatz zur Tiara, der Dreifachkrone des Papstes, ist die Mitra gewöhnlich zweispitzig mit zwei am Rücken des Träger herabfallenden Zierbändern. Entwickelt hat sich die Mitra vermutlich aus einer schlichten Kappe im Römischen Reich, heute noch tragen Geistliche im griechischen Ritus eine gewölbte Haube. Die geistlichen Würdenträger setzen diese Kopfbedeckung ausschließlich im Gottesdienst auf, jedoch nicht in der freien Natur. Schmitz greift mit der Skulptur Mitra wahlweise einen liturgischen Gegenstand aus der religiösen Praxis heraus und verweist damit auf die kirchlichen Güter, welche den Skulpturenweg säumen: das im 9. Jahrhundert gegründete Benediktinerkloster Lamspringe und die frühromanische Basilika ebenfalls aus dem 9. Jahrhundert in Bad Gandersheim.

(Text: Myriam Naumann, © Kulturbüro Landkreis Hildesheim)

 

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Radweg zur Kunst
Skulpturenweg Kloster Lamspringe - Kloster Brunshausen
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